Bärlauchpesto – selbstgemacht, frühlingshaft & in 15 Minuten fertig
- tobiasghess

- 15. Apr. 2021
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 22. Apr.

Als Koch gehört der Bärlauch für mich zu den aufregendsten Produkten des Jahres – weil er kein Supermarktprodukt ist, sondern ein Geschenk der Saison. Von März bis Mai wächst wilder Knoblauch in schattigen, feuchten Wäldern, und wer ihn kennt, der freut sich jedes Frühjahr aufs Neue auf dieses kurze Fenster. Mein erstes Rezept, das ich aus ihm mache, ist immer das Bärlauchpesto.
Wann hat Bärlauch Saison? In Mitteleuropa von März bis Mai, mit dem Peak im April. Bärlauchpesto ist ein kräftig-würziges Frühlingspesto aus frischen Bärlauchblättern, das den typischen Knoblauchgeschmack deutlich milder und aromatischer bringt als roher Knoblauch.
Bärlauch ist Frühling – und dieses Pesto ist der schnellste Weg, ihn auf den Tisch zu bringen.
Neben dem Bärlauchpesto lässt sich Bärlauch auch in Gnocchi, Bärlauchsuppe, Butter oder einfach in feine Julienne als Knoblauchersatz in der Pfanne verarbeiten. Frisch gepflückt ist er außerdem reich an Vitamin C – gesund, saisonal und unkompliziert.
Zutaten für Bärlauchpesto
1 TLfeines Meersalz
Zesten von 1 Zitrone fein abgerieben
Saft von 1 Zitrone frisch gepresst
25 g Cashewkerne, grob gehackt Pinienkerne oder Walnüsse
25 g milder Pecorino, fein gerieben oder Parmesan
200 g frischer Bärlauch
250 ml Olivenöl, kaltgepresst
Vegan? Kein Problem: Ersetze Pecorino oder Parmesan durch 2 EL Hefeflocken – das bringt die gleiche Tiefe und Umami-Note.
Cashewkerne vs. Pinienkerne vs. Walnüsse: Cashewkerne geben dem Pesto eine besonders cremige, milde Textur. Pinienkerne sind der Klassiker, Walnüsse bringen mehr Bitterkeit – alle drei funktionieren.
Bärlauch in der Wildnis: Bärlauchblätter sehen dem giftigen Maiglöckchen ähnlich – der Unterschied liegt im Geruch. Zerreibst du ein Blatt zwischen den Fingern und es riecht deutlich nach Knoblauch, bist du richtig.
Kein Stabmixer? Ein Foodprozessor oder ein leistungsstarker Standmixer funktionieren ebenfalls gut – den Messbecher dann weglassen und direkt im Mixbehälter arbeiten.

Zubereitung für Bärlauchpesto
Bärlauch unter kaltem Wasser gründlich waschen – auf kleine Insekten und Erdrückstände achten, da er frisch aus der Natur kommt.
Bärlauch in einer Salatschleuder trocken schleudern oder in einem Sieb gut abtropfen lassen.
Bärlauch grob klein schneiden.
Tipp: Je trockener der Bärlauch ist, desto länger hält das Pesto – restliche Feuchtigkeit kann die Haltbarkeit deutlich verkürzen.
Geschnittenen Bärlauch in einen hohen Messbecher geben.
Grob gehackte Cashewkerne, Zitronensaft und Zitronenzesten sowie das Salz hinzufügen.
Pecorino mit einer Microplane oder einer feinen Reibe direkt in den Messbecher reiben.
Mein Trick: Den Käse mit einer Microplane reiben – so löst er sich im Pesto fast auf und gibt eine samtige Bindung, die mit grobem Reiben nie entsteht.
Olivenöl in einem dünnen Strahl dazugeben und alles mit dem Stabmixer zu einer feinen, gleichmäßigen Masse mixen.
Konsistenz prüfen und nach Bedarf abschmecken: mehr Salz, mehr Zitrone, mehr Öl.
Bärlauchpesto in saubere Rexgläser abfüllen, mit einer dünnen Schicht Olivenöl bedecken und verschließen.
Tipp: Das abgedeckte Olivenöl ist kein Luxus – es versiegelt das Pesto und verhindert Oxidation. So hält es im Kühlschrank einige Wochen. Gleichzeitig ist es ein tolles Geschenk: Rexgläser mit einem Anhänger beschriften und fertig ist das persönlichste Mitbringsel des Frühlings.
Résumée Bärlauchpesto
Bärlauchpesto ist für mich das erste Zeichen, dass der Frühling wirklich angekommen ist. Dieses Pesto braucht keine langen Zutatenlisten, kein besonderes Equipment – nur guten Bärlauch, etwas Zeit und die Bereitschaft, sich auf eine kurze Saison einzulassen.
Warum passt Bärlauchpesto perfekt für Flexitarier? Weil es beweist, dass pflanzliche Küche mit dem arbeitet, was die Natur gerade gibt – saisonal, regional und mit einem Geschmack, der jeden Knoblauch-Fan begeistert. Bärlauch ist zudem das einzige Wildkraut, das gleichzeitig einen ganzen Tag Vitamin-C-Bedarf decken kann und wie Knoblauch würzt, ohne dessen Schärfe zu haben.
Mit Pasta kombiniert ist dieses Pesto unschlagbar – aber auch als Aufstrich auf geröstetem Sauerteigbrot, als Basis für eine Vinaigrette oder als Topping auf einer Suppe macht es eine gute Figur.
"Kauf es nicht – mach es selbst. Drei Zutaten, ein Stabmixer, eine Saison."
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